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Manifest für
eine
Muslimische Akademie in Deutschland 1. Ausgangssituation In
der Bundesrepublik Deutschland gibt es ein breit gefächertes,
differenziertes Netz von Institutionen der Erwachsenen- und
Jugendbildung, der kulturellen und politischen Bildung, von Einrichtungen,
die sich mit den geistigen Grundfragen sowie aktuellen Problemen der
Lebenswirklichkeit in Deutschland und Europa beschäftigen. Dazu gehören
u.a. die Bundeszentrale für politische Bildung, die Landeszentralen für
politische Bildung, die Volkshochschulen, die parteinahen Stiftungen sowie
die katholischen und evangelischen Akademien. Vergleichbare
Institutionen, die von Muslimen getragen werden, gibt es nicht. Der Islam
ist inzwischen die zweitgrößte Religion in Deutschland. Lokale Träger
und Einrichtungen mit überregionalen Veranstaltungsorten bieten
lediglich Hilfestellungen zur Integration in die Gesellschaft und das
Arbeitsleben und Bildungsangebote über die Grundlagen des Islam als
Religion, Kultur und Zivilisation. Vor
diesem Hintergrund setzen sich die Mitglieder des „Arbeitskreises
Islamische demokratische Bildung“ für die Errichtung einer
„Muslimischen Akademie in Deutschland“ ein, deren Profil im Folgenden
beschrieben wird. 2. Zielgruppe Die
Muslimische Akademie in Deutschland wird von Musliminnen und Muslimen 3. Ziel und Aufgabenprofil Die
Akademie hat ihren Schwerpunkt in der Organisation gesellschaftlicher
Diskurse. Unter Beachtung der
Prinzipien Überwältigungsverbot, Kontroversität und Interessen
Vertretung („Beutelsbacher Konsens“) folgt die Akademie den
anerkannten Grundsätzen demokratischer Erwachsenenbildung. Politische
Bildung im Sinne des „Lernens für Mündigkeit“ ist Teil ihrer Arbeit.
Ihre
Arbeit hat folgende Zielsetzungen:
Unterstützung persönlicher Standortbestimmung Die
Akademie unterstützt die Muslime in Deutschland dabei, ihren Standort zu
bestimmen im sich stets ändernden Kräftefeld von ·
Religion,
säkularer Gesellschaft und Demokratie ·
unterschiedlichen
kulturellen Prägungen ·
individueller
Verantwortung und gesellschaftlicher Solidarität in einer von
Globalisierung, Struktur- und Wertewandel geprägten Gesellschaft.
Förderung gesellschaftlicher und politischer Partizipation Aus
ihrer speziellen Kenntnis und dem Verständnis der Lage der Muslime in
Deutsch land wird die Muslimische Akademie durch Angebote, die auf ihre
besondere Zielgruppen zugeschnitten sind, dazu beitragen, Muslime
unterschiedlicher Herkunft in ihren kulturellen Äußerungen, in ihrer
politischen Artikulation und der Vertretung ihrer Inter essen zu stärken
und damit einen Beitrag zu leisten zu mehr Partizipation in Gesellschaft
und Politik. Zugleich
leistet sie einen Beitrag zur offenen Gesellschaft, indem sie Wissen über
den Islam und die Muslime vermittelt und das wechselseitige Verständnis fördert.
Eine
der vornehmsten Aufgaben der Akademie ist, die Verständigung über die
gemeinsamen Grundlagen und Regeln des Zusammenlebens in einem
demokratischen Gemeinwesen zu fördern und aktiv zu betreiben.
In
diesem Sinne strebt die Akademie an, allen Muslimen ein Forum in der
Auseinandersetzung um die zentralen Fragen von Gegenwart und Zukunft
Deutschlands in einem integrierten Europa zu sein.
Gender Mainstreaming
Die
Akademie wird durch ihr Veranstaltungsprogramm insbesondere dazu
beitragen, das Prinzip der Gleichstellung von Männern und Frauen in der
Gesellschaft und so auch in der muslimischen Gemeinschaft zu
verwirklichen. Die Berücksichtigung des Genderaspekts wird von der
Akademie als eine wichtige Aufgabe angesehen und so wohl auf die
Institution als auch auf das Handlungsfeld angewendet.
Teilnahme am intrareligiösen und interreligiösen Diskurs
Die
Akademie geht davon aus, dass in Zukunft in Deutschland islamischer
Religionsunterricht in deutscher Sprache erteilt wird und die dafür
notwendigen Fachkräfte an den Universitäten – nach erfolgreicher
Einrichtung theologischer Professuren – ausgebildet werden. Die
Akademie sieht es nicht als ihre Aufgabe an, in diesem Bereich der
Vermittlung religiöser Grundkenntnisse und theologischer Ausbildung tätig
zu werden. Sie wird jedoch Informationen über die religiösen Inhalte, über
Geschichte und Entwicklung des Islam vermitteln. Sie wird Themen, Inhalte
und didaktische Konzeptionen islamischen Religionsunterrichts diskutieren.
Sie wird sich der Frage widmen, wie in Lehrplänen, Schulbüchern und
anderen Unterrichtsmaterialien ein sachgerechtes Bild des Islam, von der
islamisch- Europäischen Geschichte und von anderen Religionen vermittelt
werden kann.
Im
Bereich der Auseinandersetzung mit Grundfragen der Religion des Islam
sieht die Akademie den Schwerpunkt ihrer Arbeit darin, Informationen über
aktuelle Entwicklung en des religiösen
Denkens im Islam aus den weltweit geführten muslimischen Diskursen
einzubringen. Dabei interessieren besonders Rechtsfragen,
die sich aus der Minderheitensituation ergeben. Dieser Diskurs muss
auch in Deutschland geführt werden. Die Akademie wird ein
Diskussionsforum für die Weiterentwicklung von Ideen und Konzepten sein. Die Akademie wird sowohl ein Ort für den intrareligiösen Dialog als auch für den inter religiösen Dialog sein.
4. Arbeitsweise
Die Akademie wird sich der erprobten
Angebots- und Veranstaltungsformen (Seminare, Fachtagungen, Konferenzen,
wissenschaftliche Kolloquien, Podiums- und Plenumsdiskussionen sowie
Workshops) und der modernen Methoden der Jugend- und Erwachsenenbildung
bedienen. Sie wird die Ergebnisse der dort geführten Diskussion en regelmäßig
veröffentlichen. Sie berücksichtigt
im Rahmen der technischen und finanziellen Möglichkeiten die Viel falt
der Sprachen ihrer Zielgruppen. Die Muslimische Akademie strebt eine enge Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung, den Landeszentralen für politische Bildung und den Einrichtungen der Jugend- und Erwachsenenbildung anderer freier Trägern an. Sie bemüht sich um die Anerkennung als freier Träger der politischen Bildung bei der Bundeszentrale für politische Bildung.
5. Träger und Organe
Die
Akademie hat die Rechtsform eines eingetragenen Vereins. Ihre Organe sind
die Mitgliederversammlung, der gewählte Vorstand, und das Kuratorium.
Alles Nähere regelt die Satzung. Das
Manifest ist sowohl für den Trägerverein als auch für das Kuratorium
die Grundlage ihrer Arbeit. 6. Standort und Gebäude Die Muslimische Akademie strebt an, eine zentrale Organisations- und Verwaltungsstelle einzurichten und mit einem Netzwerk von Lernorten zu arbeiten, damit den in ganz Deutschland lebenden Muslimen ein ortsnahes Programmangebot gemacht werden kann. In
der Aufbauphase nehmen die Initiatoren gerne das Angebot der Werkstatt der
Kulturen
in Berlin an, für die Vorbereitungen und die ersten Schritte der Akademie
einen Büroraum zur Verfügung zu stellen und Räumlichkeiten für die
ersten Veranstaltungen bereit
zu halten. 7. FinanzierungDer Verein erwirbt die für seinen Zweck erforderlichen Mittel aus
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