Gründungsgeschichte

 

Die Muslimische Akademie in Deutschland wurde am 30. Juni 2004 gegründet.  

Der Gründerkreis der Akademie besteht aus Musliminnen und Muslimen mit

türkischen, iranischen, ägyptischen, afghanischen, marokkanischen, sudanesischen, pakistanischen und deutschen Wurzeln, die einer Vielzahl von Glaubensrichtungen angehören.

Idee und Impuls zu dieser Initiative kamen von Frau Prof. John, der ehemaligen Aus länderbeauftragten des Berliner Senats, dem Leiter der Werkstatt der Kulturen,

Andreas Freudenberg und Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, durch dessen Haus der Gründungsprozess aktiv unterstützt wurde.

 

Der Gründung vorausgegangen waren rund vierzehn Monate intensiver Beratungen zwischen den Mitgliedern des „Arbeitskreises Islamische demokratische Bildung“, der aus einer Gruppe von Vertretern der christlichen Religionen, der politischen Bildung, der interkulturellen Kommunikation und von Musliminnen und Muslimen bestand.

 

Aufgabenprofil

 

Die Muslimische Akademie in Deutschland will einen Beitrag zur offenen Gesellschaft leisten, indem sie Wissen über den Islam und die Muslime vermittelt und das wechselseitige Verständnis fördert. Sie schließt eine Lücke im System der deutschen politischen Bildung mit parteinahen politischen Stiftungen und Akademien der christlichen Kirchen.

Schwerpunkte der Arbeit der Akademie sind die Organisation gesellschaftlicher Diskurse und damit die Förderung gesellschaftlicher und politischer Partizipation. Das Angebot aus Seminaren, Fachtagungen, wissenschaftlichen Kolloquien und Diskussionen steht grundsätzlich allen offen, richtet sich aber in erster Linie an Musliminnen und Muslime, die in Deutschland leben.

Aus ihrer speziellen Kenntnis und dem Verständnis der Lage der Muslime in Deutschland wird die Muslimische Akademie durch auf ihre besondere Zielgruppen zugeschnittene Angebote dazu beitragen, Muslime unterschiedlicher Herkunft in ihren kulturellen Äußerungen, in ihrer politischen Artikulation und der Vertretung ihrer Interessen zu stärken und damit einen Beitrag zu leisten zu mehr Partizipation in Gesellschaft und Politik.

 

Ziele und Aufgabenprofil der Akademie wurden im Manifest der muslimischen Akademie in Deutschland festgelegt.

 

Darin heißt es unter anderem:

„Die Muslimische Akademie in Deutschland wird von Musliminnen und Muslimen getragen. […] Die besondere Zielgruppe der Muslimischen Akademie sind alle in Deutschland lebenden Muslime, in ihrer religiösen, politischen und kulturellen Vielfalt.“  

 

„Die Akademie unterstützt die Muslime in Deutschland dabei, ihren Standort zu bestimmen im sich stets ändernden Kräftefeld von

 

- Religion, säkularer Gesellschaft und Demokratie
- Unterschiedlichen kulturellen Prägungen
- Individueller Verantwortung und gesellschaftlicher Solidarität in einer von Globalisierung, Struktur- und Wertewandel geprägten Gesellschaft.“

  

„Eine der vornehmsten Aufgaben der Akademie ist, die Verständigung über die gemeinsamen Grundlagen und Regeln des Zusammenlebens in einem demokratischen Gemeinwesen zu fördern und aktiv zu betreiben.“ 

 

Die Muslimische Akademie strebt an, eine Organisations- und Verwaltungsstelle einzurichten und mit einem Netzwerk von Lernorten zu arbeiten, damit den in ganz Deutschland lebenden Muslimen ein ortsnahes Programmangebot gemacht werden kann.

 

Finanzierung

 

Die Akademie strebt die Anerkennung als unabhängiger Träger politischer Bildung an. Sie sieht positive Signale dafür, dass ihre Arbeit aus öffentlich zugänglichen Mitteln in der Bundesrepublik Deutschland unterstützt und gefördert wird. Sie orientiert sich an haushaltsrechtlichen Bestimmungen der öffentlichen Hand. Dazu gehört die Transparenz sämtlicher Einnahmen und Ausgaben. In den ersten Monaten nach ihrer Gründung erhielt sie sowohl von Muslimen und Musliminnen als auch von Institutionen und Vertretern der Mehrheitsgesellschaft starken Zuspruch. Die Akademie kooperiert mit der Werkstatt der Kulturen, der Heinrich-Böll-Stiftung, der Bundesintegrationsbeauftragten, der Körber-Stiftung, der Katholischen Akademie Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Berliner Integrationsbeauftragten ein, weitere Kooperationen sind in Planung.

 

Verein und Kuratorium

 

Die Muslimische Akademie in Deutschland wird von einem Verein getragen. Seine Mitglieder betrachten sich im Sinne der Satzung des Vereins als: unabhängige „Musliminnen und Muslime, die zur Wahrnehmung, Reflexion und Vertretung der Pluralität des Islam als Religion, Kultur und Zivilisation bereit sind.“

 

Ein Kuratorium berät den Verein und die Geschäftsleitung der Akademie unterstützend in der Erfüllung der Aufgaben der Akademie und trägt dazu bei, die Unabhängigkeit und Transparenz sowie die qualitativ hochwertige inhaltliche Arbeit der muslimischen Akademie zu gewährleisten. Das Kuratorium besteht aus mindestens neun Mitgliedern. Davon sind Muslime mit mindestens einer Stimme Mehrheit vertreten.

 

 

 

Vereinsvorstand:

 

Vorsitzende: Frau Hamideh Mohagheghi

Stellvertr. Vorsitzender: Herr Abdul Hadi Christian Hoffmann      

Kuratorium:

 

Vorsitzender: Herr Prof. Dr. Jamal Malik

Muslimische Kuratoriumsmitglieder

 

Aydin, Frau Kadriye, Asslar

Bensalah-Mekkes, Frau Dr. Souad, Berlin

Karakaşoğlu, Frau Prof. Dr. Yasemin, Bremen

Malik, Herr Prof. Dr. Jamal, Erfurt

Özoguz, Frau Aydan, Hamburg

Nicht-muslimische Kuratoriumsmitglieder

 

Bielefeldt, Herr Dr. Heiner, Berlin

Freudenberg, Herr Andreas, Berlin

John, Frau Prof. Dr. Barbara, Berlin

Kandel, Herr Dr. Johannes, Berlin

Klapheck, Elisa, Frankfurt

 

 

Kontakt:

Muslimische Akademie in Deutschland

Kaiserdamm 100

D-14057 Berlin-Charlottenburg

Tel.:  + 49 (0) 30 – 30 10 94 99

Fax.: + 49 (0) 30 – 30 10 95 31